Vaginale Trockenheit oder Scheidentrockenheit. Wie entsteht diese & warum

Veröffentlicht: 1 Juli, 2020 | 4'

Der vulvovaginale Bereich

Die Vulva ist die erste Verteidigungslinie, die den Genitaltrakt vor Infektionen schützt. Die Haut in diesem Bereich unterscheidet sich von anderen Bereichen unseres Körpers in Bezug auf Hydratation, Reibung, Durchlässigkeit und Irritation.

Die Vagina hingegen ist der fibromuskuläre Kanal, der sich von ihrer äußeren Öffnung in der Vulva bis zum Gebärmutterhals erstreckt. Sie besteht hauptsächlich aus glatter Muskulatur, die mit einer nicht verhornten Epithelschicht bedeckt ist, die bis zur Menopause dick ist, Falten hat und die durch die Scheidenwand abgesonderte Flüssigkeit und den Schleim aus den Drüsen im Inneren feucht gehalten werden.

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Feuchtigkeit und Bakterienflora

Dieses Milieu hält die geeigneten physiologischen Bedingungen aufrecht, in Bezug auf das Vorhandensein der natürlichen Mikroflora (hauptsächlich Lactobacillus spp.) und auf den leicht alkalischen pH-Wert. Längere Trockenheit der äußeren Haut der Vulva senkt diesen pH-Wert signifikant.

Die Sekretproduktion im Vaginalbereich hat mehrere Funktionen, wie z.B. die Verringerung der Reibung beim Geschlechtsverkehr oder die Erhaltung der Spermien. Das Hormon Östrogen ist dafür verantwortlich, diese Flüssigkeit und die Scheidenschleimhaut gesund und elastisch zu halten.

Wenn der Östrogenspiegel gestört ist, kann neben anderen Symptomen wie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Infektionsrisiko auch vaginale Trockenheit auftreten.

Vaginale Trockenheit ist bei Frauen aller Altersgruppen weit verbreitet, besonders häufig jedoch während und nach der Menopause.

Ursachen vaginaler Trockenheit

Die Ursachen für eine verminderte vaginale Lubrikation sind sehr vielfältig. Dazu gehören hormonelle Veränderungen, Wechseljahre, Schwangerschaft und Nachgeburtszeit, Stillen, Stress, Diabetes oder andere wie Strahlen- und Chemotherapie-Behandlungen.

 

Sie kann auch durch den Gebrauch von Antidepressiva, oralen Kontrazeptiva, Kondomen, Spiralen, Antibiotika sowie durch andere externe Faktoren hervorgerufen werden.

Vaginale Trockenheit in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft erleidet der Körper der Frau verschiedene hormonelle Veränderungen, im Allgemeinen mit dem Anstieg des Niveaus bestimmter Hormone wie Östrogen u.a.

Infolgedessen wird das Gewebe der Vagina weniger elastisch und verursacht Unregelmäßigkeiten im Normalzustand.

Der Östrogenspiegel kann auch durch die Geburt sinken, weshalb es während des Stillens zu vaginaler Trockenheit kommen kann.

Vaginale Trockenheit in den Wechseljahren

Vaginale Trockenheit ist in den Wechseljahren aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels sehr häufig, wodurch die Feuchtigkeit in den Wänden der Vagina abnimmt.

Dieser Rückgang der Östrogenproduktion beginnt in der Übergangsphase zur Menopause, der so genannten Perimenopause, bis zum völligen Verschwinden der Wechseljahre. Dann wird die Vagina dünner und weniger elastisch.

Vaginale Trockenheit durch Stress

Stress kann auch zu vaginaler Trockenheit führen, da dieser psychologische Zustand einen Anstieg des Cortisols im Blut erzeugt, was wiederum zu einem Ungleichgewicht in der Sekretion von Hormonen, einschließlich Östrogen, führt, das in direktem Zusammenhang mit der Hydratation der Vagina steht.

Vaginale Trockenheit bei Chemotherapie-Behandlungen

Auch Behandlungen wie Chemotherapie können zu einem Rückgang der Östrogenproduktion führen, was wiederum ähnliche Symptome wie in den Wechseljahren verursacht, wie z.B. eine Verdünnung der Scheidenwand und Trockenheit.

Vaginalinfektionen und Trockenheit

Einige Infektionen, die den Genitalbereich betreffen, können auch mit vaginaler Trockenheit sowie mit übermäßigem Gebrauch von Seifen oder Hygieneprodukten zusammenhängen.

Dieser Mangel an Lubrikation kann die Wahrscheinlichkeit von Blasenentzündungen oder Harnwegsinfektionen sowie von anderen Vaginalinfektionen wie Candidose oder bakterieller Vaginose erhöhen.

Symptome von vaginaler Trockenheit

Vaginale Trockenheit kann Beschwerden verursachen, die wiederrum folgendes verursachen könnten:

  • Ein brennendes oder stechendes Gefühl.
  • Schmerzen beim Sex, die zum Verlust des Interesses am Sex führen können.
  • Leichte Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr.
  • Wiederkehrende Harnwegsinfektionen.

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Linderung von vaginaler Trockenheit

Spezielle Feuchtigkeitscremes für den Intimbereich sind oft eine gute Option, um Trockenheit und Unbehagen zu verringern. Es ist wichtig, dass sie den pH-Wert der Vaginalflora respektieren.

Daher sollte ihre Formulierung auf Wasserbasis und speziell für die vaginale Anwendung sein, ohne Parfümstoffe zu enthalten, die zu Irritationen führen können.

In ähnlicher Weise empfiehlt die spanische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe zur Linderung der Symptome der vaginalen Atrophie, die in direktem Zusammenhang mit der Abnahme der vaginalen Lubrikation stehen, die Aufrechterhaltung angemessener Hygiene- und Gesundheitsgewohnheiten durch eine angemessene Hydratation oder die Verwendung von Feuchtigkeitscremes und Gleitmitteln.

Wenn die Symptome sehr unangenehm werden und andauern, sollten Sie für eine korrekte Diagnose immer einen Arzt bzw. Gynäkologen aufsuchen.

 

  Literaturhinweise



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